DIE BIOGASANLAGE

Durch die Verwertung von organischen Abfällen leisten wir einen deutlichen Beitrag zum Klimaschutz, schonen Ressourcen und schließen Kreisläufe. Diese nachhaltige  Form des Wirtschaftens prägt den Begriff Bioökonomie und wirkt schonend gegen den Einsatz fossiler Ressourcen.

Nach Sortierung des Bioabfalls gelangt das Biogut in die Biogasanlage, in welcher es durch biologische Prozesse weiterverarbeitet wird. Die dort lebenden Mikroorganismen zersetzen das Biogut anaerob, d.h. unter Luftausschluss, zu Biogas.

Das entstandene Biogas wird in der Aufbereitung gereinigt und kann somit ins Gasnetz eingespeist und zur Strom- und Wärmeerzeugung genutzt werden. Eine weitere Möglichkeit zur Verwertung bestehen darin, das Biogas zu Biomethan aufzubereiten, um Diesel - Kraftfahrzeuge zu betanken.

Das übrige vergorene Substrat, auch Gärreste genannt, bietet eine weitere Option der Mehrfachnutzung. Nach der Kompostierung können dem Boden somit wichtige Nährstoffe in Düngerform zugeführt werden. Durch die Zumischung von Biokunststoffen zum bereits vorhandenen Biogut, wird ebenfalls die Stickstoffbilanz verbessert. Dieses bietet einen Vorteil, wenn man das übrige Substrat als Dünger einsetzt.

SCHON GEWUSST?

In der Anlagentechnik gibt es zwei verschiedene Formen zwischen denen zu unterscheiden wird:
Die Nassfermentation und die Trockenfermentation.

NASSFERMENTATION

Die Nassfermentation ist das meist genutzte Verfahren, welches in Deutschland zur Biogasproduktion genutzt wird. Das liegt daran, dass zu Anfang vorrangig tierische Exkremente genutzt wurden, da die meisten Biogasanlagen auf landwirtschaftlichen Flächen erbaut wurden.

Das Substrat hat hierbei einen hohen Wasseranteil und bringt einen Vorteil bei der Durchmischung. Diese ist wichtig, damit sich die Inhaltsstoffe voneinander trennen.

Außer tierischen Exkrementen werden auch Bioabfälle und Grünschnitte verwendet. Wichtig ist dabei nur, dass das Substrat einen ausreichenden Gesamtwasseranteil besitzt.

TROCKENFERMENTATION

Die Trockenfermentation ist eine junge Methode zur Biogasgewinnung. Die Anlage wird überwiegend statisch betrieben. Das bedeutet, dass weniger Energie verwendet werden muss, da unter anderem die kontinuierliche Vermischung des Substrats wegfällt.

Bei diesem Verfahren, auch Batch-Verfahren genannt, werden die Substrate im Fermenter in Schichten aufgebracht und mittels Hitzezufuhr zur Gärung gebracht.

Das Biogas wird zudem als hochwertiger angesehen, da der Methananteil höher und der Wasserstoffgehalt niedriger ist. Somit wird erneut deutlich Energie eingespart, da die Nachbehandlung im großen Maße ausbleibt.

DIE KOMPOSTANLAGE

Bei der Kompostierung wird das organische Material primär durch Mikroorganismen aerob umgesetzt. Das Ziel ist es hierbei, die organischen Substanzen schnell und geruchsarm in Kompost umzuwandeln, um so seine vielfältigen Eigenschaften nutzen zu können und die Bodenstruktur zu verbessern.

Kompost besteht damit aus zwei wichtigen Bestandteilen. Zum einen aus dem organischen Material (Humus), zum anderen aus für Boden und Pflanzen wichtigen Mineralstoffen wie Nitraten, Phosphaten und Kalium- und Magnesiumverbindungen, die die wichtigsten Bestandteile eines Düngers ausmachen.

Durch die Nutzung des Kompostes und die Schließung des Kreislaufes kann damit der Einsatz von künstlichem Dünger deutlich verringert werden.